Nach unserer begeisternden Inseltour war schnell das nächste Ziel, der Camping- und Ferienpark am Plauer See im Visier: Alles vorbereiten, Motor an, Anker heben! Anker? Welcher Anker? Das blaue Tau kommt verblüffend schnell und leicht nach oben, am Ende nur noch der traurige Schekel, kein eiserner Anker mehr da! Offensichtlich hat sich die Schraube geöffnet – oder war es Sabotage unserer Vorgänger? – und die schwere Fracht hat am schlammigen Grund vorläufig ihr endgültiges Grab gefunden. Was nun? Das Wasser ist fast drei Meter tief, Sicht nahe Null, wo suchen? Zwar wird das Boot durch den zweiten Anker gehalten, doch hat trotzdem bereits eine leichte Drift eingesetzt, die die große Bärin Richtung Ufer treibt.

Was tun? Den Anker seinem Schicksal überlassen? Den Schatzsuchern neben leeren Pfand-Flaschen auch echte Rohstoffe und Geld bringende Objekte überlassen? In den schlickigen Tiefen zukünftigen Archäologen neuen, d.h. alten Stoff zur Spekulation liefern? Wie: Opferten die früheren Schiffsbesatzungen Poseidon oder Neptun ihre Ausrüstung, um als göttliche Gegenleistung eine friedliche und sichere Überfahrt zu erhalten? Zu allem entschlossen, stürzen sich die Floßmänner in die braunen Fluten. Mit langen Bootshaken wird im Trüben gefischt – und da, ein Pling, oder doch nicht? Wieder ein Pling, aber wie die Stelle markieren? Glorreiche Idee: eine noch längere Stange im Untergrund festmachen, mit Fender und Tau markieren und daran herabtauchen! Was sich zunächst so einfach anhört, dauert mit Beratung rund eineinhalb Stunden – bei dauernden Kurskorrekturen unserer schwimmenden Heimat. Dann abgetaucht und Fundstück geborgen: Ein großer, angemoderter Ast ist erfreut, nach Jahren der tiefsten Dunkelheit wieder das Licht der Welt zu erblicken.

Fazit: Kein Anker und die Erkenntnis: wer im Trüben fischt, muss mit unerwarteten Ergebnissen rechnen.

PS: Unser Flossbauer Martin Richter nimmt am Telefon die unerfreuliche Nachricht mit Humor auf. Wir sind offensichtlich nicht die Ersten, die dem See ein weiteres Geheimnis überlassen haben.