Es regnet. Der Wind weht uns kräftig entgegen. Dennoch machen wir uns auf dem Weg von Ketzin nach Brandenburg. Wir passieren an Backbord das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelseen“. Geschützte Schwimmpflanzenzonen mit gelben Teichmummeln, weiße Seerosen und ein schwimmendes Haubentaucher-Nest mit Jungtier lassen uns Slalom fahren. Ansonsten prägen Röhricht- und Seggensümpfe, Weidengebüsche sowie Erlenbruchwälder das Landschaftsbild der drei Inseln, die das 230 Hektar große Schutzgebiet bilden.

Als Schutzzweck gibt die Verordnung den Erhalt der Lebensräume bestandsbedrohter Brutvogelarten und so genannter Herpeten an. Zu den Letztgenannten zählt unter anderem die hier noch vorkommende, uns aber bei diesem Wetter verborgen gebliebene Sumpfschildkröte. Gleiches gilt für die Ringelnatter. Ergänzen können wir unsere naturkundliche Beobachtungsliste um den Grauen Kranich und einen schwalbenjagenden Baumfalken. Wenig später lässt sich auch der Seeadler blicken. Eine aus zehn Jung- und den beiden Elterntieren bestehende Höckerschwanfamilie versetzt sein Anblick in höchste Alarmbereitschaft.