• Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...

An der Bockwindmühle auf der Insel in Werder treffen wir den Müller Berthold Peter. Gleich zu Beginn erfahren wir, dass die Mühle den Namen trägt, weil sie auf nur einem Hausbaum, einem sogenannten Bock, steht und in jede Richtung beliebig zu drehen ist. Das probieren wir gleich mal aus!

Dabei kommen alle etwas aus der Puste, aber die Mühle ist in Handumdrehen auf die andere Seite geschwenkt. Das Getreide, das hier zwei bis drei Mal im Jahr gemahlen wird, dient heute dem Hausgebrauch und kleinen Bäckereien in der Umgebung. Die Qualität ist hervorragend und unterscheidet sich vom herkömmlichen 405-Supermarktmehl: „Es ist grauer, feiner und reicher an Ballaststoffe, die den anderen Mehlen fehlen.“, so Berthold Peter. Er ist ehrenamtlicher Müller von der einzigen wieder aufgebauten Mühle in Werder. Der ursprüngliche Bau wurde 1972 ‚ausversehen‘ von rauchenden Kindern in Brand gesteckt und ist abgebrannt. Nach dem Wiederaufbau der Windmühle auf dem 500 Jahre alten Standort kümmert sich Müller Peter nun schon seit acht Jahren fast allein um den Erhalt und die Wartung der Mühle. Nur zum Mahlen braucht er die Hilfe seiner zwei Kollegen. „Sonst würde das nicht gehen.“

Die prominente Mühle lockt auch Touristen an und steht fast täglich für einen Besuch offen. Dem redseligen Müller ist der Wandel der Havel zum attraktiven Reisegebiet für Radtourer und Wassersportler nicht entgangen. Die jungen Leute, die noch in Werder wohnen, arbeiten meist alle in der Großstadt. Es wird schwer werden einen Nachfolger zu finden, der das Windmühlenhandwerk hier am Standort weiterführen möchte.

Nach so viel Erfahrung und geballten Wissen sehnen wir uns nach „Geplauder aus dem Nähkästchen“, ob er wohl schon mal eine eigenartige tierische Begegnung in der Mühle hatte. „Eigentlich nicht“, meint er. Doch dann fällt ihm ein, dass er einmal etwas Hämmern gehört hat – mit rotem Kopf. Vogel-Liebhaber Hartmut ist sich sicher, dass da ein Buntspecht am Werk war und versucht hat eine Höhle zu bauen. Schließlich ist der Mühlenbau aus Eichenholz gefertigt.

Zum Abschluss verrät uns Peter noch des Müllers Leibspeise: Käsekuchen mit Boden und frischen Kirschen. Hmmm lecker! Nach der recht technischen Führung durch das Innere der Mühle ergänzt er die Speisekarte um ein beliebtes Havelgericht: „Blutwurst mit Kürbis und Kartoffeln“. Das würde hier jeder essen. Nur den Kürbis mag er nicht so sehr…