Von der Anhöhe, auf der die Mühle steht, haben wir einen guten Überblick über die Insel und die sie umgebenden Gewässer. Wir erfuhren vom Müller, dass die Havel früher von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft war. Sie ermöglichte den Werderschen Obst- und Weinbauern den Zugang zu den Berliner Märkten. Außerdem verschifften die Ziegeleien in den Glindower Alpen die für die Hauptstadt produzierten Backsteine auf dem Wasserweg nach Berlin. Und natürlich dürfen die früher noch zahlreichen ortsansässigen Fischer und Bootsbauer nicht vergessen werden. Die Havel war nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern bildete auch die Lebensader für die Region. Von alldem ist heute nicht mehr viel übrig. Zwei Havelfischer sind geblieben und für den Transport des Werder-Obstes spielt der Fluss auch keine Rolle mehr. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit nach Potsdam und Berlin – und das über den Landweg. Für sie ist Werder zu einer Wohnstadt im Grünen geworden, nicht mehr und nicht weniger.