• Bockerts Revier
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Wenige hundert Meter oberhalb der Nuthe-Mündung starten wir mit Burghard Sell vom NABU Potsdam sowie mehreren einheimischen Biberinteressierten am frühen Abend ins Potsdamer Biber-Revier. Mit drei Booten geht es, der Strömung entgegen, flussaufwärts. Dichte Gehölzsäume am Ufer vermitteln uns das Gefühl, irgendwo inmitten eines Urwaldes zu sein. Nur der Blick auf Burghards Stadtplan holt uns in die Realität des unmittelbaren Stadtrandes zurück.

Es dauert nicht lange, bis das Auge des Fachmanns die ersten Biberspuren erkennt. Hier ein kleiner vom Biber abgebissener Weidenzweig, dort ein kaum Finger dickes und vom Biber entrindetes Pappelholz. „Die Stellen an den Uferböschungen, die aussehen wie Rutschen, sind die Ausstiege der Biber“, erklärt uns Burghard. Wir lernen, dass die Biber auf der Suche nach Pflanzennahrung an diesen Orten regelmäßig das Wasser verlassen, um am Ufer nach Fressbarem zu suchen. Freßbar, das meint aus Sicht der Biber in erster Linie Weichhölzer wie Weiden und Pappeln. Aber auch Gräser und Kräuter werden nicht verschmäht. Wenige Minuten später entdecken wir am Ufer einen Haufen trockener und vollkommen von der Rinde befreiter Äste und Zweige. „Das ist ein Mittelbau!“ Und unser fachkundiger Führer erklärt, wie Biber ihre Baue in den Uferböschungen anlegen und warum manche von ihnen ein Dach aus alten Hölzern bekommen. Nach gut dreiviertelstündiger Kanufahrt legen wir am Ufer an. An dieser Stelle hatte Burghard in den vergangenen Tagen regelmäßig Tiere beobachten können. Das Warten beginnt. Minute um Minute vergeht. Dann stiehlt sich eine kleine Stockenten-Familie dicht an uns vorbei. Aber die Biber lassen auf sich warten.

Schließlich entscheiden wir uns, den Beobachtungsplatz aufzugeben und den Rückweg anzutreten. Leise gleiten die Kanus über das Wasser flussabwärts. Und dann ist es endlich soweit. Am rechten Ufer bewegt sich unmittelbar über der Wasseroberfläche ein belaubter Weidenzweig. Sekunden später taucht er zur Hälfte ins Wasser ein und schwimmt davon. Geschleppt von einem alten Biber bewegt sich der Zweig auf das Ufer zu. Im flachen Wasser wird jetzt auch der Biber erkennbar. Doch unsere Freude wehrt nicht lange. Wir sind entdeckt und der Nager entscheidet sich, sicherheitshalber unter Wasser das Weite zu suchen. Doch das Glück ist uns hold. Bereits kurze Zeit später kommt uns ein einjähriger Biber schwimmend entgegen. Erst wenige Meter vor unseren Booten taucht er ab, so dass alle hinreichend Zeit haben, wenigstens einen kurzen Blick auf ihn zu werfen.