• Kompostklo
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Beim Wasserklosett werden aus 1.000 Gramm Scheiße 50.000 Gramm Unrat-Gift.
Beim Humusklosett 50 Gramm Rohstoff-Gold!
Friedensreich Hundertwasser, 1975

Wer im Zug mal muss, findet dort ein Örtchen, für Touren mit dem Auto gibt’s Autobahnraststätten – aber wie ist das eigentlich auf dem Floß? Nun – hier gibt es ein Kompostklo. Mit Klobrille, Klodeckel, aber: ohne Spülkasten. Nachdem man dort in einen Eimer hinein gemacht hat, was gemacht werden musste, schmeißt man eine Schippe Sägemehl hinterher. Und, was soll ich sagen? In der kleinen Kammer riecht es nach nichts anderen als nach frisch gefällten Bäumen. Kein Scherz. Ist so.

Die schicken Yachten auf der Havel haben in der Regel auch eine Toilette an Bord, für die Entsorgung ihres Chemie-Klos müssen die Eigner aber teuer bezahlen. Wenn der Eimer unter dem Floß-Klo voll ist, kann der brisante Inhalt kostenlos kompostiert werden. In unserem Team hat Andreas diesen Job übernommen: „Nicht grad das Angenehmste auf der Welt, aber das ist Windeln wechseln bei Babys auch nicht. Wat mutt, dat mutt.“

So weit wie der österreichische Künstler, Architekt und Umweltaktivist Friedensreich Hundertwasser sind wir aber nicht gegangen. In Häfen haben wir die sanitären Anlagen dort genutzt. Hundertwasser hingegen hatte immer ein schlechtes Gewissen auf einer Toilette mit Wasserspülung und hat ein ganzes Manifest über die nach seiner Ansicht „Heilige Scheiße“ geschrieben.

In Skandinavien sind Komposttoiletten übrigens weit verbreitet. Vor allem in den vielen Sommerhäuschen, wo es keine Wasserleitung gibt.

Fließend Wasser gibt es auf dem Floß auch nicht – aber dafür Strom. Auf dem Dach sind zwei Solarpaneele, die tagsüber die Schiffsbatterie auffüllen. Funktioniert bestens. Sogar in unserer Woche, wo wir mit Sonnenschein nicht gerade gesegnet waren, aber trotzdem ständig die Akkus der technischen Ausrüstung laden mussten.

Mit der Energie der Sonne kann man – bei schönem Wetter – sogar warm Duschen an Bord. An der Seite hängt ein großer Wassersack mit einem gießkannenartigen Verschluss unten dran. Da der Beutel schwarz ist, heizt die Sonne das Wasser darin auf – und schon hat man ca. zehn Liter warmes Wasser zum Duschen. Getestet haben wir es aber nicht, wir hatten genug anderes Wasser von oben…

Alle andere Energie an Bord kommt aus kleinen Gas-Kartuschen. Die werden in den Herd geschraubt, aber auch in den Kühlschrank, der eigentlich eine Kühlbox ist, die klein und Grau neben dem Trinkwasserkanister wohnt. Da der Kühlschrank nicht besonders groß ist, haben wir für Getränke auch gern die ökologische Wasserkühlung genutzt: Flaschen in Leinenbeutel, Beutel ins Wasser hängen, bisschen warten, fertig.

Es ist also alles wichtige an Bord hier, und wir werden das Leben auf dem Floß sehr vermissen. Viel Spaß, Team 6!