• Tiefwerder Wiesen
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Nachdem uns der „Blanke Hans“ bei der Einfahrt zum großen Wannsee ordentlich ins Ruder gepfuscht hatte, harren wir im Yachthafen Wannsee unserem Schicksal: auf die Ankunft des Mechanikers Michael. Endlich Zeit, den Blogeintrag über die Tiefenwerder Wiesen zu schreiben, zu dem wir gestern während der rauen Überfahrt nicht gekommen sind.

Wir wollten Gerds Vorschlag, „Klein Venedig“ einen Besuch abzustatten, nicht einfach in den Wind schlagen. Aber der Dauerregen machte wenig Lust auf Kanufahren, dem Plan wurde im demokratischen Schnellverfahren eine absolute Mehrheit verweigert. Gerd wäre jedoch nicht die gute Seele des Hafens, wenn er nicht auch für dieses Malheur einen Plan B in seinen Gummistiefeln hätte. Er gab uns in seiner charmant-plattdeutschen Art zu verstehen, dass es zwar schade um die Kanutour sei, es aber auch einen Landweg gebe: „Dat kunnt ehr uk gahn, dat is nech wiet wech!“ So statteten wir Andreas mit Poncho aus, die Kamera regensicher zu verstauen, und machten uns auf den Weg.

Wir überquerten die verkehrsreiche Heerstraße und tauchten sofort in einen grünen Laubwald ein. Einmal links abgebogen trafen wir auf einen wunderschön geschnitzten Baumstamm, der darauf aufmerksam machte, dass hier die Tiefenwerder Wiesen begannen. Eine alte Holztreppe führte hinab auf einen Steg, der durch die Binsen, Pappeln, Birken und Weiden führte. Dies ist zugleich „das letzte noch erhaltene Überschwemmungsgebiet in Berlin und das einzige natürliche Hechtgebiet der Stadt“, wie zu lesen war. Diese Feuchtwiesen werden mit Wasserbüffeln extensiv bewirtschaftet und eben diese sanften Riesen wollten wir finden.

Und so marschierten wir über Stock, Stein und Pfad während Andreas, der Förster, für und mit uns Schwarzpappel, Purpurweide und Eschenblättrigen Ahorn bestimmte. „Dumm gehen wir hier nicht weg“, sagte Rebecca, die eben in diesem Moment die majestätischen Wasserbüffel erblickte. Da war es dann um sie geschehen. Denn der Herdenälteste hatte seinen archaischen Büffel-Charme spielen lassen und Rebecca war hoffnungslos verloren. Dem riesigen Bullen schienen die Streicheleinheiten gut zu gefallen. Rebecca von ihrem neuen Freund zu trennen, war nicht einfach. Es ging nur mit viel Geduld und der Anmerkung, dass Andreas sein Handy auf dem Weg verloren hatte. Das Mobiltelefon fand sich dann auf dem Floß wieder ein – Zufall?