• Tegeler See
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Baumwerder, Hasselwerder, Lindwerder, Maienwerder… der Tegeler See ist reich an Inseln. Leider dürfen wir mit unserem Floß nirgends anlegen. Alles Privatliegeplätze. Wir haben das Beste draus gemacht, haben am schönsten Platz geankert und sind in unser Kanu gestiegen. Unser Ziel: Reiswerder.

Dicke Äste von Weiden und Erlen hängen tief bis ins Wasser hinein. Graureiher, Kormoran und Blässhühner machen Pause auf vermoderndem Holz, das aus dem Wasser ragt, dazwischen wachsen gelbe Seerosen. Kaum zu glauben, dass das hier alles zu Berlin gehört. Ein tolles Ziel für einen Tagesausflug!

„Versorgungssteg“ steht an dem Anlieger, wo wir festmachen. Nach ein paar Schritten wird klar, wofür: Eine Kleingartenkolonie überzieht fast die ganze Insel, eine Laube neben der anderen. Am Schwarzen Brett des Vereins: Eine lange Liste, wer alles auf einen Schrebergarten wartet. Und der Hinweis, dick und rot und mit Ausrufezeichen: „Hecken schneiden nicht vergessen!“

Ein paar Schritte weiter wartet Andreas. „Komm her, guck mal, das hab ich schon lange nicht mehr gesehen!“ Grund für den Jubel des Försters: Eine Ulme. „Die ist in Deutschland fast ausgestorben“, erklärt er Djuke, die etwas verständnislos guckt. Der Grund für den Ulmentod: eine Pilzinfektion, die die Leitungsbahnen der Bäume verstopft. Dieser Pilz wird vom Ulmensplintkäfer übertragen, vor allem in den 1980er Jahren sind viele, auch sehr alte Ulmen, daran eingegangen. „Da konnte man nix gegen machen, da half kein wegschneiden, kein Fällen – nicht mal Gift“, sagt Andreas. Nur in die seit 100 Jahren bestehende Kleingartenkolonie hat sich der Ulmensplintkäfer offenbar nicht getraut. Ganz Förster erklärt Andreas noch schnell, woran man eine Ulme erkennt: an der asymmetrischen Blattbasis.

Und noch eine Seltenheit ist uns auf dem Tegeler See begegnet: der Drosselrohrsänger, auch bekannt als „Karrekiet“. Der charakteristische Ruf war so laut, als ob jemand den Vogelstimmenlautsprecher angemacht hätte, als wir mit dem Floß an dem schmalen Schilfgürtel vorbeizogen.
Wer will, kann sich den Drosselrohrsänger hier anhören (auf der Seite etwas runterscrollen).

Die Nacht werden wir nicht vor Anker liegen, sondern gut vertäut an den Bootsständen Lahe. Der Wind ist ordentlich aufgefrischt, die Vorhersage lautet: Unwetter…