• Im Gartenparadies Eden
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Heute haben wir die größte Tour schon hinter uns und sind wieder in Oranienburg gelandet. Das ist aber auch völlig in Ordnung, denn wir haben die „Big Three“ in Brandenburg schon getroffen. Auf unserer Tour sind uns Seeadler, der Kranich und heute morgen dann endlich der Biber begegnet.

Am Nachmittag sind wir pünktlich zu unserem Termin aufgebrochen. In der Gemeinnützigen Obstbau-Siedlung Eden haben wir Geschäftsführer Marco Fredersdorf und Vorstandsmitglied Rainer Gödde zum Interview getroffen. Unsere anfänglichen Vorstellungen von einer Obstbaugenossenschaft wurden schnell revidiert. Eden hat mittlerweile eine Fläche von 120 Hektar und 1500 Einwohner. Die Siedlung besteht aus 461 Grundstücken und die müssen verwaltet werden. Dazu gibt es unter anderem einen eigenen Kindergarten und eine Grundschule in Eden. Bei unserer Ankunft in der Siedlung fiel uns sofort der Kindergarten ins Auge, denn er hat ein wunderschönes begrüntes Dach. Später erfahren wir, dass der Kindergarten die größte freitragende Lehmkuppel aus ungebrannten Lehmziegeln der Neuzeit in Europa hat.

Richtig interessant ist allerdings die Geschichte von Eden. 18 Berliner gründeten 1893 die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden“. Ihre Vision war eine Gemeinschaft von Vegetariern, die sich ausschließlich von dem eigenen angebauten Gemüse ernährt. Selbst Rauchen und Alkohol war verboten bzw. verpönt. Doch nach kurzer Zeit wurde klar, dass die Städter mit der Landbewirtschaftung nicht hinterher kamen. Um weitere Siedler anzulocken wurde das „vegetarisch“ aus der Satzung gestrichen. So entstand nach und nach eine Siedlungsgemeinschaft, die zusammen arbeitete und Feste feierte. Der Name Eden wird zudem eine Marke, verkauft wird Marmelade, Saft, Obst und Gemüse in Gläsern und Margarine. Friedrich Landmann entwickelte die erste reine pflanzliche Margarine, die unter dem Begriff „Eden-Reformbutter“ auf den Markt kam. Für Städter wurde Erholungsurlaub angeboten.

Heute bauen nicht mehr alle Bewohner der Eden-Siedlung ihr eigenes Gemüse an. Geblieben ist nur die gemeinnützige Genossenschaft. Trotzdem gelten Bestimmungen, die dafür sorgen, dass der Gartenanteil erhalten bleibt. Ein großer Ausstellungsbereich führt durch die Eden-Geschichte und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Rainer Gödde wurde in der Siedlung geboren, wohnte dann in der Stadt, seit den 90er Jahren aber wieder in der Siedlung und konnte uns als „Urgestein“ von vielen spannenden Anekdoten berichten. Der Gedanke, der die Siedler immer noch zusammenhält ist auf jeden Fall der Wunsch im Grünen zu wohnen, weg von der Großstadt.