• Vom Wasser auf die Schiene
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Für eine Rohrdommel hat Jeanette Lehmann schon einmal eine Vollbremsung gemacht. Die ausgebildete Museumspädagogin arbeitet seit sechs Jahren im Ziegeleipark Mildenberg und fährt die Lorenbahn für die Besucher bei Wind und Wetter. Auch bei uns war es recht zugig auf den Sitzen, aber der Blick auf die vorbeirauschende Tonstichlandschaft hat alles wieder gut gemacht.

Ende des 19 Jahrhunderts machten Funde ergiebiger Tonvorkommen die Region zu einem der größten Ziegelreviere Europas. Mittlerweile stellen die Zehdenicker-Mildenberger Tonstiche einen wichtigen Teil der Naturräume des Havelverbundes dar und sind in weiten Teilen als Vogelschutzgebiet (SPA) ausgewiesen. Binnengewässer mit angrenzenden feuchten Hochstaudenfluren, Moore, Sümpfe, feuchtes Grünland und Laubwälder sowie vereinzelte Heiden beheimaten zahlreiche Vogelarten. Außerdem rasten Kraniche im Frühjahr und Herbst in dem Gebiet. Jeanette Lehmann führt uns nah an die ehemaligen Tonstiche heran. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Natur hier ihr Gebiet zurückerobert“, sagt sie. Vor zwei Jahren habe sie zum ersten Mal einen Wiedehopf gehört und sie habe auch gesehen, dass Eisvögel in den alten verschlossenen Ziegeleiöfen nun ihre Höhlen bauen.

Berauscht von der ruckeligen Fahrt zieht es uns nun aber auch wieder auf unser Wassergefährt. Unser Nachtlager schlagen wir heute auf dem Prerauer Stich auf.