• Kannenburg
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Unser Weg in die Templiner Gewässer führt uns gleich durch drei Schleusen – eine sogar mit Nest in der Spundwand – die wir bereits wie gestandene Seefahrer meistern. Die letzte Schleuse in Kannenburg ist noch handbetrieben und ist nach längerer Wartungsarbeit nun seit Anfang der Woche wieder geöffnet – zum Glück für unsere Tourenplanung, denn die vielen Seen des Uckermärkischen Naturparks bergen wahre Schätze.

Schleusenwart Volker Milz (45) nahm sich während des Kurbelns dann auch kurz Zeit für einen Plausch. Der gebürtige Zehdenicker arbeitet seit 17 Jahren an der Kannenburger Schleuse und erzählt, dass er mittlerweile 8000 bis 10.000 Boote im Jahr sicher auf die andere Seite bringt. Früher als der Abreißer noch nicht da war und nur ein Seil die Boote schützte, seien zwar auch mal einige über Bord gegangen, aber die habe er auch immer wieder aus dem Wasser fischen können. Das mache einen guten Schleusenwart auch aus, dass er die Situation überblicken, die Boote gut packen und Hilfestellung leisten kann.

Als wir zur zweiten Kurbel gelangen, springt ihm plötzlich ein guter Freund zur Seite: Dirk Berlin arbeitet in dem anliegenden Tinkerhof, der seit mehreren hundert Jahren im Familienbesitz ist. Aus dem geplanten kleinen Imbiss ist ein rustikales Restaurant und beliebtes Ausflugsziel geworden. Oder wie Berlin es ausdrückt: „Die Boote fahren im Prinzip übern Kaffeetisch“. Öffnungszeiten gibt es bei der Familie Berlin daher auch nur theoretisch. Schluss ist, wenn der Letzte geht und Beginn, wenn der Erste kommt. Auch wir werden nach dieser Manier herzlich bewirtet und füllen unsere hungrigen Mägen mit einem exzellenten Bauernfrühstück. Zum Schluss bewundern wir noch eins von zehn Tinkerpferden – ein Hobby von Dirk Berlin neben seiner Tätigkeit als Gastronom – und verabschieden uns in Richtung Röddelinsee.