Um die 16.000 Freizeitboote werden in Bredereiche jährlich geschleust. Nun auch wir. Etwas aufgeregt waren wir ja schon. Aber die Menschen auf dem Wasser sind nett zueinander und so hatten wir hilfsbereite Bootsfahrer, die uns unter ihre Fittiche genommen haben.
Vor unserer ersten Schleusung haben wir uns Bredereiche aber noch mal genauer angeguckt. Das alte Bauerndorf besticht vor allem durch seine Unaufgeregtheit. Die Menschen sind bescheiden und freundlich. Erich Köhler (79), ehemaliger Bürgermeister und Dorfpfarrer von Bredereiche, kam sogar extra zu uns auf’s Floß, um uns etwas über Land und Leute zu erzählen.

Bredereiche besteht seit 700 Jahren, vermutlich an einer Furt an einer breiten Eiche. Später wurde die Havel aufgestaut und lieferte Energie für eine Getreidemühle. Diese wurde später durch eine Turmwindmühle ersetzt, die man noch heute bewundern kann. Der Mühlenstandort lebt als modernes Wasserkraftwerk (250kW) weiter. Durch den Ziegeleitransport aus Zehdenick hatte die Schifffahrt auf der Havel Hochkonjuktur. Mit dem Aufkommen des LKW verlor der Fluss seine Bedeutung als Transportweg.

Auf dem Weg nach Regow verändert die Landschaft ihr Bild. Blühende Wiesen und Feuchtgrünland wechseln sich ab mit Buchenmischwäldern und Erlenbruchhängen. Rotmilan und Rohrweihe konnten wir entdecken, ebenso wie Auroafalter auf Wiesenschaumkraut und Nahrung suchende Kraniche. Wir freuen uns schon auf die Einkehr im Capriolenhof, der Ziegenkäserei an der Schleuse Regow und nehmen uns vor, heute besonders früh schlafen zu gehen. Denn morgen geht es um 5 Uhr zum Ziegen melken!